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| Die Gruppe Klassenkampf beteiligte sich an einer Solidartätsaktion für die Streikenden im Werk Terrabusi in Argentinien vor der EMEA Zentrale von Kraft Foods in Wien am 6.10.2009. Hier ist der Text des aus diesem Anlass produzierten Flugblattes: | Entlassungen und Polizeigewalt: Kraft Foods Spuren in Argentinen Seit Anfang August 2009 tobt in und um das Kraft Foods-Werk in Buenos Aires ein erbitterter Arbeitskampf, der mittlerweile in Argentinien nationale Bedeutung erlangt hat. Der Kampf begann ausnahmsweise nicht wegen der Forderung nach höheren Löhnen – es ging um nicht mehr und nicht weniger als die Gesundheit und die Würde der Beschäftigten im Werk.2004 hat der US-Multi Kraft Foods mit Terrabusi das wichtigste Unternehmen des argentinischen Lebensmittelsektors erworben. Seit der Übernahme durch Kraft Foods haben sich die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert. Allein das Profil der beiden Geschäftsführer spricht für sich: Alberto Pizzi, der CEO, absolvierte unter der brutalen Militärdiktatur Videlas die Militärhochschule und brachte es zum Vizeleutnant der Kavallerie. 1985 ging er in die Privatwirtschaft – d.h. er wechselte zunächst zu Pepsi und dann zu Kraft. Sein Stellvertreter und Sprecher des argentinischen Unternehmerverbandes ist Pedro Lopéz Matheu. Als Direktor des Medienkonzerns rund um die Tageszeitung „Clarín” war er dafür berüchtigt, jeden Ansatz gewerkschaftlicher Organisation unter Redakteuren und Druckern brutal im Keim ersticken zu lassen. Ausgelöst wurde der Konflikt bei Ex-Terrabusi durch das Auftreten eines Falles von Schweinegrippe. Während die rechte Regierung Kirchner am Höhepunkt der H1N1-Pandemie demagogisch einen „Notfallsplan” präsentiert hatte, der unter anderem (auf dem Papier) bezahlte freie Tage für Beschäftigte in durch die Krankheit betroffenen Betrieben vorsah, spotten die hygienischen Bedingungen im Lebensmittelwerk (!) von Kraft Foods jeder Beschreibung: Bei 3.000 Arbeiterinnen und Arbeitern gab es keine einzige Flasche Desinfektionsmittel; auf den Toiletten gibt es weder Seife noch Handtücher. Vor allem waren die arbeitenden Frauen über die Zustände in der werkseigenen Kinderkrippe empört, die um nichts besser waren als im Rest des Betriebes. Auf die Proteste der Beschäftigten reagierte das Management mit der Kündigung von 150 ArbeiterInnen, unter ihnen der komplette Betriebsrat (Comisión Interna) – ein klarer Verstoß gegen das argentinische Arbeitsrecht. Die ArbeiterInnen reagierten mit einem sofortigen Solidaritätsstreik, Blockaden der wichtigen Autobahn Transamericana und schließlich der Besetzung der Werkskantine. Das Arbeitsministerium setzte das gesetzlich vorgeschriebene Schlichtungsverfahren in Gang, das unter anderem die Weiterbeschäftigung der Gekündigten bis zum Verhandlungsende vorsieht. Als aber am 7. September die entlassenen KollegInnen an ihre Arbeitsplätze zurück wollten, wurden sie vom Werksschutz mit Gewalt am Betreten des Firmengeländes gehindert. In weiterer Folge wurde der Streik nicht nur fortgesetzt, gleichzeitig erfasste eine breite Sympathie- und Solidaritätswelle andere Fabriken, Universitäten und Schulen. Am 25. September erfolgte dann ein brutaler Polizeiüberfall auf die ArbeiterInnen von Terrabusi: Mit Schlagstöcken, Tränengas, Gummigeschossen und berittener Polizei, die mit Peitschen auf die Beschäftigten und ihre UnterstützerInnen losgingen, folgten die Regierung Cristina Kirchner und Gouverneur Scioli den Anweisungen der – US-Botschaft! Scioli gab zu, dass er in die US-Botschaft zitiert worden war, wo ein hartes Durchgreifen zum Schutz amerikanischer Interessen gefordert worden war. Die Regierung Kirchner schwieg wie ein gemaßregelter Schüler, als die US-Botschaft in einem Kommuniqué erklärte, „nicht am Schlichtungsverfahren teilzunehmen, aber eine dauerhafte Lösung” zu wünschen. Offener kann die imperialistische Einmischung der „demokratischen” Obama-Regierung und ihrer Diplomaten kaum mehr ausgesprochen werden. Beschämend auch der neuerliche Kniefall der regierungsnahen Gewerkschaft CGT vor den KapitalistInnen: Ihre Führer Moyano und Daer distanzierten sich vom Kampf der KollegInnen bei Kraft und stellten sich hinter die „fortschrittliche” peronistische Regierung und ihre Repressionsmaßnahmen. Wir solidarisieren uns hier und heute mit den KollegInnen bei Kraft Foods in Buenos Aires und unterstützen ihre gerechtfertigten Forderungen nach
Gleichzeitig wäre es ein wichtiges Signal, wenn die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung und andere gewerkschaftliche Organisationen aus Österreich ihre Solidarität mit den argentinischen KollegInnen bekunden würden. Das Kraft-Foods-Leitbild umsetzen – durch Solidarität!
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