|
||||||
| Ein Bericht zum Verlauf und den Ergebnissen der IT-KV Verhandlungen 2009 aus der Ausgabe des Klassenkampf Nr.6:
Juhu – wir haben einen neuen IT-KV!
Am 7.10.2008 begannen die Verhandlungen mit der Forderung nach einer generellen Ist-Gehaltserhöhung von seiten der Gewerkschaft. Ende 2008 legte die Unternehmervertretung ihrerseits einen Forderungskatalog auf den Tisch, der neben finanziellen Schlechterstellungen auch die Verlängerung der täglichen Normalarbeitszeit auf 10 Stunden und ähnlichem vorsah. Nach 5 gescheiterten Runden kam es daraufhin am 26.2.2009 zu einer Demonstration mit, laut Gewerkschaft, mehr als 1000 TeilnehmerInnen. Entgegen der dortigen Ankündigung, zweiwöchentlich ähnliche Aktionen durchzuführen, startete ab 16. März eine ‚Belagerung’ der WKO-Zentrale. Diese wurde nach zwei Wochen ausgesetzt, denn immerhin gab es einen neuen Gesprächstermin, der am 8. April erfolglos vorüberging. IT-KV Demo am 26.2.2009 Schon am 4. Mai wurde die Belagerung wieder aufgenommen, ergänzt durch Auftritte dienstags und donnerstags vor ausgewählten Betrieben – allesamt nicht gerade mit berauschender Beteiligung von einzelnen Sandwiches, wie man sich leicht auf der Homepage der GPA-djp überzeugen kann. Immerhin dauerte die Aktion diesmal bis zum 26. Juni und wurde mit einem Abschlussfest von 11:00 bis 13:00 Uhr, was kurzfristig an einem Freitag ja sicher für viele Kollegen einen attraktiven Termin darstellt, ausgesetzt. Wer sich da wohl gefeiert haben mag? Es muss eine gewisse berechtigte Zuversicht geherrscht haben, wie die darauffolgenden Tage bestätigten. Denn am 30. Juni kam es zu der entscheidenden Verhandlung, welche von den BetriebsrätInnen schließlich am 23. Juli bestätigt wurde.Was wurde also nach den knapp 10 Monate dauernden Verhandlungen erreicht? Was bewirkten 4.830 Unterstützungen einer online-Petition, die 2,5-monatige Belagerung der WKO-Zentrale, eine Demonstration mit etwa 1.000 TeilnehmerInnen zum IT-KV, die Beteiligung an der grossen KV-Demo am 13. Mai, die Beteiligung an der Siemens-Demo am 23. Juni und 7 Verhandlungstermine (oder waren es mehr)? Die WKO bietet dazu exklusiv für Mitglieder Informationen auf ihrer Webseite. Die GPA-djp stellt ihren Mitgliedern den KV nicht zur Einsicht zur Verfügung, sondern begnügt sich mit einer Zusamenfassung der Ergebnisse und einer Auflistung von zwei Modellfällen. Anhand dieser Informationen sollen die Ergebnisse etwas genauer betrachtet werden.
Wo bleibt also die Ist –Erhöhung für das Jahr 2009? Und für 2010 ist der Effekt einmalig, das heißt, wir können uns schon wieder auf den nächsten zermürbenden Verhandlungsmarathon einstellen, den rückwirkende (in bezug auf den Abschluss, nicht einmal in bezug auf den Verhandlungsbeginn!) Anpassungen gehen anscheinend über die Vorstellungskraft der Verhandlungspartner. Und ein geschickter Schachzug ist der Unternehmerseite gelungen, die mit dem 13./14. das Grundgehalt – ausgenommen Mindestgehälter - unangetastet lassen können. Ein weiterer Aspekt der getroffenen Einigung wird von der GPA-djp nicht so groß hervorgehoben, nämlich die die Arbeitszeit betreffenden Regelungen: Die tägliche Normalarbeitszeit kann auf 10 Stunden erhöht werden, was sich auf den Anspruch von Überstundenzuschlägen negativ auswirkt. Bei Schichtarbeit kann der Durchrechnungszeitraum auf 56 Stunden ausgedehnt werden. Und bei Teilzeitkräften wird der Zuschlag bei Mehrarbeit auf 4 Monate durchgerechnet. Das waren wohl die Zugeständnisse an die Unternehmer, um dieses dürftige Ergebnis überhaupt einfahren zu können. Eigenartig für die Branche ist auch der Umstand, dass es nicht einmal für Gewerkschaftsmitglieder eine Mailingliste gibt – in der IT! Es mag schon sein, dass ein Betriebsrat besser informiert ist und seine Kollegen am Laufenden hält. Was ist aber mit den Kollegen, die keinen Betriebsrat haben? Und wäre es nicht für die Gewerkschaft selbst im Sinne der Erreichung eines höheren Organisationsgrades vorteilhaft, hier eine zugänglichere Form der Informationsverbreitung anzubieten? Warum scheut die gewerkschaftliche Vertretung das stärkste Kampfmittel zur Durchsetzung ihrer Forderungen, nämlich den Streik, wie der Teufel das Weihwasser? Warum wird der ausverhandelte KV nicht einmal Mitgliedern zur Einsicht angeboten? Weiters stellt sich die Frage, wo für die Gewerkschaft die Schwerpunkte bei den drei aufgestellten Forderungen liegen:
Wir fordern:
|